Kirchenraum und Secco-Wandmalereien
Die Kirche

Die Stadt Zierenberg wurde Ende des 13. Jahrhunderts von Landgraf Heinrich I. von Hessen, einem Enkel der hl. Elisabeth, zur Befestigung seines Territoriums gegründet. Dies geschah in der Notwendigkeit, die neu entstandene Landgrafschaft Hessen durch Stadtgründungen zu sichern. Mit der Gründung wurde 1293 auch der Bau der frühgotischen Stadtkirche begonnen. Sie bildet heute mit dem ältesten Fachwerkrathaus Hessens den Mittelpunkt der Stadt.
Der älteste Teil der Kirche - der Chorraum und der untere Teil des Kirchturms gehören einer ersten Bauphase bis etwa 1343 an. Das Langhaus wurde ab 1430 unter dem Baumeister Hans Meynworten errichtet. Diese Namen und Baudaten nennt eine Bauinschrift in der Turmhalle.
Die Secco-Wandmalereien

Mose und Gesetzestafeln
Die Kirche ist mit Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jh. versehen, die vermutlich im frühen 17. Jh. im Zuge des Bildersturms unter Landgraf Moritz dem Gelehrten übertüncht wurden. Unter der Kalkschicht konnten sie Jahrhunderte wohlbehalten überleben. 1934 wurden sie wieder freigelegt, danach von 1958 bis 1961 und zuletzt von 1997 bis 2006 restauriert.
Bei den Wandmalereien handelt es sich um Kalkseccomalereien des 14. und des 15. Jahrhunderts, d.h. Malereien, die auf den trockenen Putz aufgetragen wurden (im Gegensatz zum Fresko, das auf den feuchten Putz gemalt wird).
Die Bilder in der Zierenberger Kirche sind ein Zeugnis für die Frömmigkeit des späten Mittelalters.
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